zur Navigation


Die Geschichte unseres Dorfes

Ursprung

Der Ortsname ist wendnischen Ursprungs, wobei die Dorfanlage eher auf einen germanischen Ursprung weist. Der Name, der herkommt vom slawischen Stammwort, ist als Fischreiherhorst (bzw. Fischreiherdorf oder Reiherlager) zu deuten Die ersten gefundenen Keramikscherben in der Ortslage lassen sich in das 13., 14. Jahr-hundert datieren. Die Dorfgröße hat sich über die Jahrhunderte kaum geändert haben. Als im Jahre 1133 Albrecht der Bär Markgraf die Altmark - damals Nordmark genannt - vom Kaiser erhielt begann er hier damit, die Slawen nun ganz zu unterwerfen. Sie wurden aber nicht vertrieben, sondern mussten das Christentum annehmen, ihnen wurde das Eigentum eingezogen und Lehn des Markgrafen, der wiederum nun mit diesem Land seine Vasallen belehnen konnte. Die Wenden mussten sich wieder neu aufbauen, abgesondert von den Deutschen. Die Kirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet (s. Kirchengeschichte).Die Familie Von Schäplitz wurde 1298 erstmals in einer Urkunde, ca. 75 Jahre vor unserem Ort, von dem sie unzweifelhaft ihren Namen hatte und auf die wir auch die Ersterwähnung zurückführen. Bedenkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die von Schäplitz, von Stendal und von Klöden das gleiche Wappen führten, was auf eine verwandtschaftliche Beziehung deutet. Das Wappenbild zeigt mit dem Rücken zueinander, stehende Streitäxte, die wir 1995 als Element in das Gemeindewappen neben dem Fischreiher aufnahmen. Die Familie wurde hier in Schäplitz nie erwähnt. Das Dorf Schäplitz wird 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals genannt und die damaligen Lehnsherren aufgeführt.


Die Epoche der Fehden

Folgenschwer für die frühe Entwicklung von Schäplitz wie der ganzen Gegend waren die wiederholten Fehden des 13. und 14. Jahrhunderts. Es waren unruhige Zeiten voller Mord, Raub und viel Ungerechtigkeit. Besonders die Bauern hatten unter den Kleinkriegen ihrer Herrschaft zu leiden. Auch die in Schäplitz ansässigen von Gohre beteiligten sich Anfang des 14. Jahrhunderts häufig an diesen Kriegszügen. Solche wiederholten Übergriffe blieben jedoch nicht ungestraft. So brannte das Dorf 1413 völlig nieder vielleicht waren diese unruhigen Zeiten auch der Grund für das Ablegen der Ritterwürde der Familie Möhringen, die sich über 600 Jahre in Schäplitz gehalten hat und erst jüngst hier ausstarb.


Neuordnung der Abgaben 1478

Im Jahre 1478 teilten die Familien Brunkow und von Gohre das Dorf unter sich auf. Bis dahin war jeder Hofbesitzer jeder Herrschaftlichkeit mit einem bestimmten Anteil abgabepflichtig. Dieses System wurde also nun verändert. In der besagten Urkunde von 1478 wird festgestellt, dass; in Schäplitz nur 8 Hüfner, aber 14 Kossaten vorhanden waren, und davon Busse von Gohre 4 namentlich aufgeführte Hüfner und 7 Kossaten mit ihren Zubehörungen sowie auch den Müller erblich und eigentümlich erhält und die zu Stendal wohnenden Gevettern Brunkow die anderen 4 Hüfner und 7 Kossaten als Untertanen bekommen. Ebenso verloste man die räumliche Aufteilung des Holzgrundes. Sechs Jahre vorher 1472 gibt ein Verzeichnis Auskunft über die Einnahmen der Brunkows. Dies ist zugleich die erste umfassende Aufstellung von in Schäplitz ansässigen Familien.

Die Schulte

Peter Cruger

Tydeke Hingest

Passchenn

Hans Alart

Cone Retfelde

Clawes Gors

Jacob Eyckmann

Hinrich Byseke

Die Schmedt

Bytkow

Die Molner

Coppe Garlippe

Steffan Beyendorpe

Hans Moringk

Hans Eyckmann

Hans Schernekow

Clawes Lemen

Lemme Wester

Die Nahrstedtsche



Die Reformation und die Folgezeit

Der Thesenanschlag Luthers hatte erheblichen Einfluss auf die Entwicklung Deutschlands weit über den 30-jährigen Krieg hinaus. Für die Ortschronik interessant sind vor allem die zur Einhaltung der neuen Kirchenordnung abgehaltenen Visitationen in der Kirchgemeinde. Man nahm nicht nur Einsicht in alle Akten, Belege und Register, sondern musterte und zensierte auch die kirchlichen Angestellten (s. Kirchengeschichte). Wir erfahren hier aus dem Jahre 1542, dass Schäplitz damals eine eigene Pfarrstelle hatte. Als Folge der schwelenden konfessionellen Gegensätze brach 1618 der unheilvolle Dreißigjährige Krieg aus, der auch unser Dorf hart traf. Hier starben allein in den 30-er Jahren über 60 Einwohner. Unter Hunger, Pest, Plünderungen und Einquartierungen litten die Menschen sehr. Nur sehr langsam konnten die Schäden in den nächsten Jahrzehnten beseitigt werden.


Verselbstständigung der Ackerwirtschaften

Der Sieg Napoleons über Preußen 1806 löste eine Welle von Reformen aus, die gesellschaftsprägend über die napoleonische Zeit hinaus waren. So wurde das vollständig unter französischer Kontrolle stehende Deutschland auf fast allen Gebieten neu organisierte, insbesondere rechtlich (Einführung des französischen Zivilrechtes), verwaltungstechnisch, sozial und wirtschaftlich (Bildung, persönliche Freiheit). Mit dem Edikt zur Gewerbefreiheit 1811 werden in Preußen alle feudalen Dienste beseitigt. In den folgenden Jahren bis etwa 1850 werden in Schäplitz die Dienste und Abgaben gegenüber den von Klödens und von Kalbens durch Kapitalzahlung abgelöst. Es hatte hier aber auch schon weit früher einzelne Ablösungen gegeben; so z.B. 1777 als sich Peter Bohn (Hof 5) von seinen Diensten an die von Klödens loskaufte. Im Jahr 1818 wurde das von Kalbensche Rittergut an 18 Schäplitzer Bürger verkauft. Die Ablösung der zu leistenden Abgaben begann um 1830 und war 1850 abgeschlossen. Die 1845 durchgeführte Separation, bei der die bis dahin verstreut liegenden Flurstücke je Hof zusammengelegt wurden, so dass zusammenhängende Wiesen und Ackerflächen entstanden, führte zu einer weiteren Effektivierung der Landwirtschaft. Nun beschleunigte sich auch die technische Entwicklung. Naturwissenschaftliche Entdeckungen verbreiteten sich. Bald standen Kraftstoffmotoren und Elektromotoren als Kraftquelle neben dem Tier als Energielieferant. Die Elektrifizierung wurde in Schäplitz etwa 1909 durchgeführt.


Gründung der FFW 1895

Im Jahre 1895 wurde die Schäplitzer Freiwillige Feuerwehr gegründet. Dies geschah wohl durch einen Beschluss der Gemeinde, wie es allgemein üblich war. Von Wilhelm Voigt (*1879), der später noch Wehrführer werden sollte, ist bekannt, dass er am 8.September 1895, ein Sonntag, in die Feuerwehr eintrat. Dies ist die früheste Nennung der Schäplitzer Wehr, und man darf es wohl auch für ihr Gründungsdatum halten. Mitglieder wurden im Allgemeinen jene, die in Schäplitz Eigentum hatten.


Die Weltkriege
† Die Schäplitzer Gefallenen beider Weltkriege †
Erster Weltkrieg        
Zweiter Weltkrieg

Genz, P.

Bade, Werner

Günther, O

Sarowski, Anton

Genz, E.

Genz, Willi

Lindstedt, E.

Sarowski, Etek

Nielebock, W.

Herbst, Ewald

Kuhl, W.

Schulz, Heinz

Klemmin, P.

Klipp, Wilhelm

Reeck, F.

Schulz, Otto

Reek, P.

Mertens, Fritz

Schulz, Willi

Moldenhauer, Willi

Falkenhagen, Fritz

Lindemann, H.

Riek, Erich

Der Erste Weltkrieg besiegelte das Ende der Monarchie, der Kaisers dankte ab. Zum Gedenken an die Gefallenen wurde etwa 1920 ein Kriegerdenkmal auf dem Friedhof errichtet. Inflation, Weltwirtschaftskrise und andere Faktoren führten gegen Ende der 20 er Jahre zu einem Erstarken des nationalistischen Denkens. Nach 1933 wurde auch hier eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet. Durch den Flüchtlingsstrom vor allem aus den deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl in Schäplitz bis 1945 auf etwa 450 Einwohner. Am 16. April 1945 zogen die Amerikaner als Besatzungsmacht mit Panzern in Schäplitz ein. Als Folge des Potsdamer Abkommens zogen sie wieder ab und im Juli 1945 besetzte die sowjetische Armee die Altmark. Hier in Schäplitz mussten die Bewohner etwa ¾ des Ortes, ab Kirchtriftweg / Bade in westliche Richtung für die Besatzer räumen. Alte Leute wurden notdürftig mit in die Häuser genommen, die anderen kampierten in den Wirtschaftsgebäuden (Scheune, Stall). Schlachtungen der Schweine in den Grundstücken und Koppelschlachtungen durch die Besatzungsmacht waren an der Tagesordnung. Anfang November 1945 lockerte sich der beschriebene Zustand.


1949 DDR

Elementar war mit der Gründung der DDR die Veränderung der Eigentumsverhältnisse an Produktionsmitteln und die ideologische Neuorientierung. Traditionen und Gebräuche wurden bewußt zerschlagen.

Die Bodenreform wurde 1946, die Kollektivierung bis 1960 durchgeführt.

1960 wurde ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr errichtet.

Im Ort gab es von Anfang der 50-er Jahre bis 1980 einen Kindergarten.

Um 1980 wurde der beidseitig der Dorfstraße verlaufende Gehweg gebaut.


Wende & Wiedervereinigung

1992 Verlegung der zentralen Trink- und Abwasserleitung

1993 Schließung der Müllkippe Bau der Schaugrabenbrücke

1994 Alleebepflanzung Rekultivierung des Gemeindeteiches Bestätigung des Gemeindewappens. Die Gemeinde erkennt 1298 als Ersterwähnungsjahr an.

1995 Beginn des Dorferneuerungsprogrammes Eröffnung der Heimatstube

1996 Anschluß an das zentrale Gasversorgungsnetz Die Gemeinde kauft das Dorfgemeinschaftshaus.

1997 Ausbau der Buswendeschleife

1998 Die Kreisstraße wird ausgebaut. Das ehemalige Schulgebäude wird verkauft.

nach oben